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Pitta-Störung: Symptome & Tipps, um sie zu reduzieren

Du hast im Moment das Gefühl, Du könntest bei der kleinsten Kleinigkeit aus der Haut fahren? Dann könnte es sein, dass Dein Pitta zu hoch ist. Das Pitta Dosha steht im Ayurveda für Feuer und Wasser. Es bringt viele Stärken, aber auch einige Risiken mit sich: Wird Deine innere Flamme zu groß, kann das zu einer Pitta-Störung führen. Hier erfährst Du, wie Du eine Pitta-Dysbalance erkennst und was Du tun kannst, um Dein Pitta zu reduzieren.

Was ist eine Pitta-Störung?

Die drei Doshas Vata, Pitta und Kapha sind eines der wichtigsten Grundprinzipien im Ayurveda. Sie finden sich überall im Universum und stehen für die fünf Elemente der Natur im Ayurveda. Im Prinzip sind die Doshas eine Art Hilfsmittel, um zu beschreiben, welche Kräfte und Energien in und um uns wirken. Jeder Mensch trägt eine einzigartige und charakteristische Mischung der drei Doshas in sich. Sie bestimmt, wie Du denkst, fühlst, Dich verhältst und auf andere wirkst.

Das Verhältnis der Doshas ist dabei nicht fest, sondern fließend. Von einer Pitta Störung-sprechen wir, wenn das Pitta Dosha in Dir zu stark geworden ist. Was genau dabei „zu stark“ ist, hängt davon ab, welcher ayurvedische Typ Du bist. Wir unterscheiden zwei ayurvedische Konstitutionstypen: Die Prakriti ist die Dosha-Kombination, mit der Du geboren wurdest. Die Vikriti hingegen bezeichnet das (Un-)Gleichgewicht der Doshas zum jetzigen Zeitpunkt.

Weil wir davon ausgehen, dass Deine angeborene Dosha-Balance Dein Idealzustand ist, sollten Prakriti und Vikriti optimalerweise gleich sein. Leider entspricht das nicht ganz der Realität der meisten Menschen. Unsere Ernährung, unser Lebensstil und die Einflüsse aus unserer Umgebung können dazu führen, dass bestimmte Doshas an Kraft gewinnen oder verlieren.

Eine Pitta-Störung macht sich oft durch viel innere Hitze bemerkbar. Symptome sind zum Beispiel Reizbarkeit, Aggression und ein übermäßiges Kontrollbedürfnis, aber auch körperliche Beschwerden wie Entzündungen, Hautausschläge und Sodbrennen. Das klingt alles irgendwie sehr nach Dir? Dann wird es wahrscheinlich Zeit, Dein Pitta Dosha auszubalancieren. Das schaffst Du am besten, indem Du für Abkühlung und Entspannung sorgst.

Der Pitta-Typ im Ayurveda

Du wusstest schon, dass Du ein Pitta-Typ bist? Dann bist Du wahrscheinlich ein sehr strukturierter, ambitionierter und leidenschaftlicher Mensch. Das Pitta Dosha steht im Ayurveda für die Elemente Feuer und Wasser – der Feuer-Anteil ist dabei aber deutlich höher als der Wasser-Anteil. Der Hauptsitz von Pitta befindet sich im Dünndarm und Magen. Die Eigenschaften (Gunas), die wir mit dem Pitta-Dosha verbinden, sind heiß, ölig, scharf, leicht, flüssig und beweglich.

Pittas sind wahre Powerpakete und geborene Führungskräfte. Das, was sie sich in den Kopf gesetzt haben, erreichen sie auch – manchmal (fast) um jeden Preis. Sie lieben Herausforderungen und begegnen ihnen mit einer Kombination aus Mut, Ehrgeiz, Intelligenz und Disziplin. Die meisten Pitta-Typen haben eine schnelle Auffassungsgabe und einen Hang zum Perfektionismus. Sie geben am liebsten selbst den Ton an und mögen es gar nicht, wenn andere ihnen etwas vorschreiben.

Der Körperbau von Pitta-Typen ist überwiegend symmetrisch und athletisch. Sie sind mittelgroß, drahtig und bauen leicht Muskeln auf. Viele Menschen mit diesem Konstitutionstyp haben markante oder spitze Gesichtszüge und einen durchdringenden Blick. Typisch sind außerdem eine helle Haut und eher dünne, blonde bis rötliche Haare, die früh ergrauen können. Wie genau sich das Pitta Dosha zeigt, ist aber von Mensch zu Mensch sehr verschieden.

Fällt es Dir sehr schwer, eine Mahlzeit auszulassen? Wenn Du eigentlich immer Hunger hast und zu Durchfall oder Magenschmerzen neigst, hast Du wahrscheinlich eine große Portion Pitta in Deiner Konstitution. Pittas heizen auf allen Ebenen – das gilt auch für den Stoffwechsel. Wie jedes der Doshas hat Pitta sowohl Stärken als auch Schwächen. Das lodernde Feuer in Dir hilft Dir, Deine Ziele zu erreichen: Wird die Flamme aber zu groß, läufst Du Gefahr, auszubrennen. Eine Pitta-Störung kann auf körperlicher und psychischer Ebene zu verschiedenen Beschwerden und Krankheiten führen.

Ursachen einer Pitta-Störung

Falls Du jetzt denkst, dass eine Pitta-Störung nur Pitta-Typen treffen kann, liegst Du falsch. Zwar ist das Risiko bei Pitta-Typen größer: Klar, sie haben ja schon von Natur aus schon eine starke Flamme in sich. Doch auch Menschen mit einer Vata- oder Kapha-Prakriti können durch einen ungünstigen Lebensstil eine Pitta-Störung entwickeln.

Zu den Faktoren, die eine Pitta-Störung begünstigen, zählen:

  • Zu viel Arbeit bei zu wenigen Pausen
  • Starker Leistungsdruck
  • Ein stressiger, hektischer Alltag
  • Schichtarbeit
  • Extreme Emotionen
  • Anhaltende Hitze (zum Beispiel im Sommer, in heißen Räumen oder Regionen)
  • Fettiges Essen (zum Beispiel Fast Food, viel Fleisch oder Zucker)
  • Sehr heiße Mahlzeiten und Getränke
  • Alkohol
  • Scharfe und saure Nahrungsmittel
  • Übermäßiger Sport

Im Hoch- und Spätsommer und im Tagesverlauf zwischen 10:00 und 14:00 Uhr sowie von 22:00 bis 02:00 Uhr ist das Pitta Dosha grundsätzlich etwas höher. Dasselbe gilt für die Altersspanne zwischen etwa 20 und 50 Jahren – die sogenannte Pitta-Zeit des Lebens. Während dieser Phasen passiert es noch leichter, dass das Pitta-Dosha nach oben ausschlägt.

Ein kurzer Hinweis: In diesem Text verwenden wir die Ausdrücke Pitta-Störung und Pitta-Dysbalance synonym. Genau genommen ist eine Pitta-Störung aber die Folge einer unbehandelten Pitta-Dysbalance. Während wir eine Pitta-Dysbalance durch einen Pitta-balancierenden Lebensstil oft relativ einfach ausbalancieren können, haben Menschen mit einer manifesten Pitta-Störung oft ernsthafte Beschwerden. Wenn das bei Dir der Fall ist, empfehlen wir Dir, Dir Unterstützung von einem erfahrenen Ayurveda-Therapeuten zu holen.

Die Symptome einer Pitta-Störung

Fällt Dir etwas auf, wenn Du die Ursachen einer Pitta-Störung liest? Genau: Die meisten dieser Faktoren gehören in unserer leistungsorientierten Gesellschaft zum Leben dazu. Pitta-Störungen kommen deshalb auch bei anderen Konstitutionstypen häufig vor.

Energetisch hängt ein Pitta-Ungleichgewicht immer mit zu viel Hitze zusammen. Erste Symptome von einem zu hohen Pitta-Dosha sind ständige Anspannung, Ungeduld und Kopfschmerzen. Hält der Zustand an, zeigen sich später immer mehr Beschwerden.

Zu den typischen Symptomen einer Pitta-Störung zählen:

  • Reizbarkeit, Wut und aufbrausendes Verhalten
  • Übertriebener Ehrgeiz und Perfektionismus
  • Aggression und Rücksichtslosigkeit
  • Extremes Kontrollbedürfnis bis hin zur Zwanghaftigkeit
  • Rastlosigkeit und Einschlafprobleme
  • Innere Hitze
  • Starkes Schwitzen
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Hautausschläge, Akne und Ekzeme
  • Entzündungen aller Art
  • Magenschmerzen und Gastritis
  • Sodbrennen und Reflux
  • Leberprobleme und Fettstoffwechselstörungen
  • Durchfall
  • Haarausfall
  • Fieber

Pitta reduzieren: Das Motto lautet Abkühlung

Ideal wäre es, wenn wir unser Leben so gestalten könnten, dass eine Pitta-Dominanz gar nicht erst entsteht. Leider lassen sich Stress, Leistungsdruck und ein unregelmäßiger Alltag manchmal kaum vermeiden. Was kannst Du also tun, wenn Du spürst, dass die Hitze in Dir aufsteigt?

Im Ayurveda gehen wir davon aus, dass Gleiches Gleiches verstärkt und Gegensätze sich ausgleichen. Bei einer Pitta-Störung bedeutet das, dass Du versuchst, das Feuer etwas zu reduzieren. Ganz löschen wollen wir es aber nicht: Pitta hängt schließlich eng mit Agni, unserem Verdauungsfeuer und der Flamme unseres Lebens zusammen. Das Ziel sollte sein, für mehr Ausgleich zu sorgen, indem Du die anderen beiden Doshas auf sanfte Weise stärkst.

In erster Linie heißt das: Nimm den Fuß vom Gas – auch, wenn es Dir schwerfällt. Ist die Störung erst einmal da, verlieren viele Menschen leider die Verbindung zu ihrer Körperintuition. Viele Pitta-Typen neigen dann erst recht dazu, sich beim Sport oder in der Arbeit zu verausgaben, eiskalte Getränke zu schlürfen oder abends eine Fertigpizza in den Ofen zu schieben. Dadurch entsteht ein Teufelskreis, der zu Burnout und anderen ernsthaften Erkrankungen führen kann.

Bei einer Pitta-Störung ist es wichtig, für ausreichend Ruhe und Entspannung zu sorgen. Mache pünktlich Feierabend und plane gezielt Pausen und Freizeitaktivitäten ein. Nimm Dir Zeit, frische Mahlzeiten zuzubereiten und ungestört zu essen. Achte darauf, ausreichend zu schlafen. Weil um 22 Uhr eine Pitta-Phase beginnt, empfiehlt der Ayurveda, schon vorher ins Bett zu gehen. Das Pitta-Dosha braucht den sportlichen Ausgleich: Gerade, wenn Du schon eine Pitta-Dominanz hast, eignen sich sanfte Yoga- und Pilates-Einheiten aber besser als HIIT-Workouts.

Weitere Tipps, um Dein Pitta zu reduzieren:

  • Probiere Meditation und kühlende Atemübungen aus (zum Beispiel Sitali)
  • Iss möglichst regelmäßig: Faste ist bei einer Pitta-Dysbalance keine gute Idee
  • Nimm Deine Hauptmahlzeit zwischen 10 und 14 Uhr ein
  • Sorge für Pausen, aber vermeide Unterforderung: Pitta braucht ein Ventil für seine Energie
  • Vermeide Hitze, vor allem feuchte Hitze (am besten handwarm duschen)
  • Verwende entspannende Aromaöle wie Rose, Lavendel oder Sandelholz
  • Massagen mit Kokosöl können ebenfalls kühlen
  • Verbringe Zeit in der Natur (zum Beispiel ein langer Spaziergang im Wald)

Pitta mit der Ernährung beruhigen

Bei einer Pitta-Störung orientierst Du Dich am besten an den Ernährungstipps für Pitta-Typen. Süße, herbe und bittere Geschmacksnoten eignen sich gut, um das Pitta Dosha auszugleichen. Ab und zu darf es ruhig etwas Rohkost sein.

Saure, scharfe und salzige Aromen können es hingegen weiter verstärken. Wir empfehlen Dir, Essig, Kaffee, Alkohol und schwarzen Tee zumindest für eine Weile wegzulassen, bis Dein Pitta sich beruhigt hat. Versuche zudem, möglichst lauwarm zu essen und vermeide Fleisch, Zwiebeln, Senf, Meerrettich, Pfeffer, Chili, Knoblauch und saure Milchprodukte.

Diese Lebensmittel helfen, Pitta zu senken:

  • Getreide: Reis, Dinkel, Gerste, Weizen, Hafer
  • Hülsenfrüchte: Bohnen, Erbsen, Soja (alles außer Linsen)
  • Gemüse: Kürbis, Gurke, Zucchini, Bohnen, Salate, Brokkoli, Artischocke, Mangold
  • Obst: Granatapfel, Banane, Wassermelone, Nektarine, Kirsche, Mango, Weintrauben
  • Süßungsmittel: brauner Zucker
  • Nüsse und Saaten: Kokosnuss, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne
  • Öle: Kokosöl, Olivenöl, Ghee
  • Kräuter und Gewürze: Fenchel, Süßholz, Schafgarbe, Minze, Kardamom, Safran, Basilikum, Petersilie

Fazit: Pitta-Störung ausgleichen

Wenn Dein Pitta aus der Balance gerät, heißt es vor allem: Ruhe bewahren. Je mehr Druck Du Dir machst, desto mehr heizt Du die Flamme in dir an. Das Ziel ist es nicht, die Pitta-Hitze um jeden Preis abzukühlen: Mit eiskalten Getränken und dem Unterdrücken Deiner natürlichen Bedürfnisse bewirkst Du eher das Gegenteil. Besser ist es, das Tempo Deines Lebens etwas zu reduzieren.

Verschaffe Dir etwas mehr Luft zum Atmen und Sein: Zum Beispiel, indem Du bewusste Pausen einplanst, morgens eine Viertelstunde meditierst oder abends einen ausgedehnten Spaziergang an der frischen Luft unternimmst. Das Pitta zu senken, gelingt Dir am besten, indem Du für mehr Erdung und Stabilität sorgst. Regelmäßige frische Mahlzeiten, die viele süße, herbe und bittere Aromen enthalten, leisten außerdem einen wertvollen Beitrag.

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